Inkontinenzformen und Inkontinenzarten: Informationen & Hilfe

Inkontinenformen Etwa 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Form der Harninkontinenz. Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Mit dem ungewollten Urinabgang sind häufig Gefühle von Scham verbunden: Vielen Menschen ist es peinlich, das Wasser nicht halten zu können. Inkontinenz ist ein Tabu-Thema, über das niemand wirklich gern spricht. Dabei kommt sie in allen Altersgruppen vor.

Bei uns finden Sie zuverlässige Informationen rund um die unterschiedlichen Inkontinenzarten. Wir erklären Ihnen die Ursachen, geben Tipps zur Vorbeugung und Hinweise zum Arztbesuch und zur Diagnostik. Außerdem erfahren Sie, welche Therapiemöglichkeiten und Hilfsmittel es für Sie im Alltag gibt.

Ein selbstbestimmtes Leben ist auch mit Harninkontinenz möglich!

Fachleute unterscheiden im Wesentlichen vier verschiedene Inkontinenzarten:

  • Stressinkontinenz,
  • Dranginkontinenz,
  • Überlaufinkontinenz und
  • Reflexinkontinenz.

Stressinkontinenz – Was ist das?

Stressinkontinenz ist bei Frauen die häufigste Form der Harninkontinenz. Bei körperlicher Belastung wie Husten, Lachen, Niesen oder beim Heben schwerer Gegenstände erhöht sich der Druck in der Harnblase. Dabei geht ungewollt Urin ab.

Die Bezeichnung „Stressinkontinenz“ sorgt immer wieder für Verwirrung, denn der Harnverlust wird nicht durch psychischen Stress, sondern durch körperliche Anstrengung hervorgerufen. Darum wird diese Inkontinenzform auch zutreffender als „Belastungsinkontinenz“ bezeichnet.

Die Ursachen für eine Stressinkontinenz liegen oft in einer Bindegewebsschwäche und in der Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, beispielsweise durch mehrfache Mutterschaft. Das führt zu einem Absinken der Blase oder der Gebärmutter. Aber auch Raucherhusten und Übergewicht können eine Stressinkontinenz begünstigen.

Dranginkontinenz – Was ist das?

Bei einer Dranginkontinenz spüren Frauen und Männern einen intensiven Drang, ihre Blase zu entleeren. Allerdings gelingt es ihnen nicht, den Urin in der Harnblase festzuhalten und diese erst am gewünschten Ort zu entleeren. Auf dem Weg zur Toilette gehen ungewollt unterschiedliche Harnmengen ab. Dabei kann es sich um ein paar Tropfen Urin, aber auch um einen Urinschwall handeln.

Häufig entsteht die Dranginkontinenz aufgrund von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfällen, Alzheimer und Demenz, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder durch Hirntumore. Aber auch eine Vergrößerung der Prostata, Blasensteine und Blasentumore können zu einer Dranginkontinenz führen. Manchmal liegen statt körperlichen psychische Ursachen vor.

Überlaufinkontinenz – Was ist das?

Überlaufinkontinenz bedeutet, dass sich die Blase beim Toilettengang nicht komplett entleert. Eine gewisse Menge Restharn bleibt zurück. Es kommt zum sogenannten Harnträufeln. Das heißt, die Blase sondert unbemerkt geringe Mengen Urin ab.

Die Gründe für die Entstehung einer Überlaufinkontinenz sind vielfältig: Durch einen Bandscheibenvorfall kann sich der Blasenausgang verengen. Aber auch Tumore, eine Prostata-Vergrößerung bei Männern oder das Absenken der Gebärmutter bei Frauen sind Risikofaktoren. Teilweise liegen bei Betroffenen auch neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Nervenschädigungen in Folge von Diabetes mellitus vor.

Reflexinkontinenz – Was ist das?

Bei einer Reflexinkontinenz entleert sich die Blase unkontrolliert ohne spürbaren Harndrang und ohne Vorwarnung aus Reflex. Ursachen für diese Form der Harninkontinenz sind in den meisten Fällen angeborene Fehlbildungen des zentralen Nervensystems und Rückenmarks wie Spina bifida, Unfälle wie Querschnittslähmungen und Krankheiten. Aber auch durch einen Bandscheibenvorfall, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) oder Hirnleistungsstörungen wie Demenz kann eine Reflexinkontinenz ausgelöst werden.

Hilfe bei jeder Inkontinenzart

Inkontinenzformen Es gibt bei jeder Inkontinenzart Hilfsmittel, die Sie im Alltag unterstützen. Wir lassen Sie nicht allein! Bei uns finden Sie die Vorlagen, Einlagen und Höschen, die Ihnen helfen, trotz Blasenschwäche ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wir möchten das Tabu Inkontinenz aufbrechen. Es gibt keinen Grund für Scham. Viele Menschen leiden unter einer Blasenschwäche. Darum klären wir über die Hintergründe und Therapiemöglichkeiten der unterschiedlichen Inkontinenzarten auf und geben Ihnen Tipps für den Alltag.

Oft lässt sich das Problem medikamentös oder operativ beheben. Darum unsere Bitte: Wenden Sie sich bei ungewolltem Harnverlust an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!