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Gut durch den Winter mit Inkontinenz: So vermeiden Sie Blasenentzündungen und Erkältungen
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Liebe Leserinnen und Leser,
kalte, nasse Füße, ein verkühlter Unterleib, weil man zu lange auf der kalten Parkbank gesessen hat – und schon ist es passiert: In null Komma nichts hat man sich eine schmerzhafte Blasenentzündung zugezogen. Gerade im Winter ist das Risiko dafür besonders hoch, vor allem für Frauen und für Menschen mit Inkontinenz.
Kälte, Feuchtigkeit und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen nicht nur Infektionen der Harnwege, sondern auch Erkältungen und grippale Infekte. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen, alltagstauglichen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie gut geschützt durch die kalte Jahreszeit kommen.
Kalte Füße vermeiden – mit warmen Socken und geeignetem Schuhwerk
Wie zu jeder Jahreszeit gilt auch im Winter: Vermeiden Sie unbedingt kalte und/oder nasse Füße. Durch Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, insbesondere im Becken- und Unterleibsbereich. Die Folge: Abwehrzellen wie die weißen Blutkörperchen gelangen schlechter in die Harnwege – Keime können sich leichter festsetzen.
Warme Socken, gefütterte und wasserfeste Schuhe sind daher unverzichtbar, vor allem bei Spaziergängen, beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit.
Den Unterleib warm und trocken halten
Neben den Füßen spielt der Unterleib eine zentrale Rolle. Wärmende Unterwäsche, etwa aus Merinowolle, hält nicht nur angenehm warm, sondern reguliert auch Feuchtigkeit.
Gerade für Menschen mit Inkontinenz ist ein trockenes Hautmilieu im Intimbereich besonders wichtig, da Feuchtigkeit die Hautbarriere schwächen und Infektionen begünstigen kann. Atmungsaktive Kleidung und hochwertige Inkontinenzprodukte tragen hier wesentlich zum Wohlbefinden bei.
Feuchte Kleidung und Einlagen zeitnah wechseln
Feuchtigkeit kühlt den Körper aus – und das oft unbemerkt. Nasse oder feuchte Kleidung sowie volle Einlagen sollten daher möglichst zeitnah gewechselt werden.
Ein kleines Ersatzset in Tasche oder Rucksack gibt Sicherheit, gerade bei längeren Aufenthalten außer Haus. So schützen Sie nicht nur Ihre Haut, sondern beugen auch Unterkühlung und Infektionen vor.
Nicht direkt auf kalte Flächen setzen
Ob Parkbank, Steinmauer oder Café-Stuhl im Außenbereich: Kalte Sitzflächen können den Unterleib schnell auskühlen. Ein Isolierkissen oder eine Wolldecke schaffen hier Abhilfe.
Isolierkissen gibt es in vielen praktischen Varianten – leicht, faltbar oder aufblasbar – und sie lassen sich unauffällig überallhin mitnehmen.
Ausreichend trinken – auch bei Inkontinenz
Ein weit verbreiteter Irrtum: Weniger trinken bedeutet weniger Beschwerden. Tatsächlich erhöht eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr das Risiko für Blasenentzündungen erheblich.
Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsaftschorlen helfen dabei, Bakterien aus den Harnwegen zu spülen. Gerade im Winter dürfen es auch warme Getränke sein – sie unterstützen zusätzlich das Wohlbefinden von innen.
Die Blase regelmäßig entleeren
Auch wenn es draußen kalt ist oder man unterwegs keine Toilette in Sicht hat: Die Blase sollte nicht über längere Zeit „zurückgehalten“ werden. Restharn kann ein idealer Nährboden für Keime sein.
Eine gute Planung (z. B. bekannte Toilettenstandorte) gibt Sicherheit und hilft, Infektionen vorzubeugen.
Schonende Intimhygiene nicht vernachlässigen
Eine übertriebene oder aggressive Intimpflege kann die natürliche Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen. Empfehlenswert sind lauwarmes Wasser oder pH-neutrale, parfümfreie Produkte.
Eine gesunde Haut ist widerstandsfähiger gegen Bakterien – ein wichtiger Schutzfaktor, besonders in der kalten Jahreszeit.
Immunsystem stärken – gegen Blasenentzündung und Erkältung
Ein starkes Immunsystem schützt nicht nur vor Erkältungen, sondern auch vor Infektionen der Harnwege. Achten Sie auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen und Gewürzen wie Ingwer oder Kurkuma.
Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf, Wechselduschen und richtiges Lüften (Stoßlüften statt Dauerlüften) unterstützen die Abwehrkräfte zusätzlich. Ideal ist im Winter eine Raumluftfeuchtigkeit von etwa 40–60 %.
Frühzeitig auf Warnsignale achten
Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder Unterbauchschmerzen sollten nicht ignoriert werden. Wer frühzeitig reagiert und ärztlichen Rat einholt, kann oft verhindern, dass sich eine Blasenentzündung oder Erkältung verschlimmert.
Fazit
Der Winter stellt für Menschen mit Inkontinenz besondere Herausforderungen dar. Mit der richtigen Kleidung, ausreichend Flüssigkeit, einer guten Hygiene und einem gestärkten Immunsystem lässt sich die kalte Jahreszeit jedoch gut meistern. Wer auf die Signale seines Körpers achtet und vorbeugend handelt, kann Blasenentzündungen und Erkältungen deutlich besser vermeiden.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne unter der Telefonnummer 02159 – 8282 877 an unseren freundlichen Kundenservice oder schreiben Sie uns eine Nachricht über das Kontaktformular.
Über Ursula Hofstetter
Ursula Hofstetter ist seit 2016 Mitarbeiterin der ARDMED. Ihre Fachexpertisen liegen im Bereich Altenpflegeprodukte und der stationären Langzeitpflege. 2017 hat sie sich zur zertifizierten Inkontinenz-Fachberaterin weiterbilden lassen.